Einfuehrung wissenschaftliches Arbeiten mit LaTex, Bachelorarbeit, Masterarbeit

Einführung in das Schreiben wissenschaftlicher Arbeiten mit LaTex

Du möchtest deine Bachlorarbeit, Masterarbeit oder eine andere wissenschaftliche Arbeit mit LaTex schreiben? Hier bekommst du eine Einführung in die wichtigsten Funktionen und erfährst, wie du dein LaTex-Dokument am besten strukturierst und welchen Editor wir dir für die Arbeit mit LaTex empfehlen.
Welche Vorteile LaTex gegenüber den gängigen Schreibprogrammen hat, erfährst du hier.

Empfohlene Strukturierung deines LaTex-Dokuments
Wichtige Funktionen für die Arbeit mit LaTex
Welches Programm sollte ich für LaTex verwenden?
LaTex-Vorlage für deine wissenschaftliche Arbeit

Empfohlene Strukturierung deines LaTex-Dokuments

Wie oben bereits erwähnt, können in LaTex verschiedene Einheiten des Dokuments in einzelne Dateien ausgelagert werden. Das fördert die Übersicht und befreit dich beim Schreiben eines Kapitels vom organisatorischen Kram.

Es empfiehlt sich eine Datei für die komplette Strukturierung zu verwenden und in ihr alle \include Befehle zu pflegen. Das heißt, dass eine „Kapitel-Datei“ keine weiteren \include – und damit Struktur – enthält, sondern nur noch tatsächlichen Inhalt.

Ins Hauptdokument packen wir dann auch das Inhaltsverzeichnis sowie Header und Footer.

Wichtige Funktionen für die Arbeit mit LaTex

Dokumentdefinition in LaTex

Der allererste Befehl in LaTex ist die Angabe was wir schreiben wollen. Im Angebot sind zum Beispiel Buch und Artikel. Für eine Hausarbeit bietet sich der Artikel an. Außerdem muss LaTex wissen was unsere Standardschriftgröße für Text ist und welches Papierformat es sein soll. Natürlich kann all das jederzeit geändert werden und mit nur einem Klick ist das fertige PDF im richten Format.

\documentclass[a4paper,10pt]{article}

Weitere Informationen zur Dokumentendefinition in LaTex findest du bei WikiBooks

Paketdefinitionen in LaTex

Für viele Anwendungsfälle haben andere LaTex-Fans bereits Lösungen gefunden und der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt. Diese sogenannten Pakete können wir wieder verwenden indem wir sie am Anfang unseres Dokumentes „einbinden“. Pakete verändern entweder bereits vorhandene Befehle oder stellen neue zur Verfügung.

Zwei Beispiele:

\usepackage{hyperref}

„Hyperref“ verändert unter anderem das Inhaltsverzeichnis, so dass alle Angaben klickbar werden und wir direkt zur richtigen Seite springen können.

\usepackage{ifthen}

„Ifthen“ verändert nichts, bringt aber neue Befehle mit, so dass wir jetzt Wenn-Dann-Bedingungen definieren können.

\def \meineVersion {lang} % kurz / lang

\ifthenelse{ \equal{\meineVersion}{kurz} }{
	Der Text für die Kurzversion.
}{
	Der Text für die Langversion
}

Weitere Informationen zu Paketdefinitionen in LaTex findest du bei WikiBooks

Inhaltsverzeichnis mit LaTex erstellen

\newpage
\tableofcontents

Das war’s schon? Ja!

Weitere Informationen zum Erstellen von Inhaltsverzeichnissen in LaTex findest du bei WikiBooks

Kommentare in LaTex

Hin und wieder möchte man sich selbst den ein oder anderen Befehl kommentieren, oder mal schnell eine Textpassage im fertigen Dokument „verstecken“. Hier helfen Kommentare. Sie beginnen immer mit dem Prozentzeichen und reichen bis zum Ende der Zeile.

Hier ist noch normaler Text. % ab hier ist es ein Kommentar
Wieder normaler Text

% Eine versteckte Passage
% die ich jetzt gerade nicht 
% in der Ausgabe sehen
% will.

Weitere Informationen zu Kommentaren in LaTex findest du bei WikiBooks

Neue Seite und neue Zeile in LaTex

Für LaTex sind zunächst mal alles Fließtexte, die am Zeilenende automatisch umbrechen. Wollen wir explizit eine neue Zeile beginnen müssen wir dazu einen Befehl verwenden, im Code eine neue Zeile anzufangen interessiert LaTex relativ wenig.

Erste Zeile
immer noch erste Zeile \\ Zweite Zeile \newline Dritte Zeile \\
Vierte Zeile

Einfacher zu merken ist vielleicht \newline schneller zu schreiben aber wohl \\. Die beiden sind äquivalent.

Eine neue Seite anzufangen geht analog.

\newpage

Abschnitte, Kapitel und Überschriften in LaTex

Zunächst müssen wir in der Tat einen Bereich definieren, der unser Dokument darstellen soll.

\begin{document}
Hier kommt die Hausarbeit
\end{document}

Unsere Kapitel nennt LaTex „section“ und erlaubt uns eine recht großzügige Anzahl an Unter-unter-(…)-unter-Kapiteln.

\section{Einleitung}
... unsere Einleitung ...

\section{Hauptteil}
\subsection{Die Vorteile von LaTex}
\subsubsection{Keine absoluten Formatangaben}
... bla bla ...
\subsubsection{Ein Dokument kann aus beliebig vielen Dateien bestehen}
... mehr bla ...
\subsubsection{Steuerung des Inhalts mit Variablen}
... nimmt das gar kein Ende?

LaTex übernimmt für uns die Nummerierungen und trägt alles ins Inhaltsverzeichnis ein. Doch mal zwei Kapitel tauschen? Einfach machen!

Tabellen mit LaTex

An die Art Tabellen zu erstellen muss man sich ein wenig gewöhnen. Spalten werden durch ein kaufmännisches & getrennt, Zeilen wie üblich mit \\.

\begin{tabular}{ll}
	Zeile 1 Spalte 1 & Spalte 2 \\
	Zeile 2 Spalte 1 & Spalte 2
\end{tabular}

Das sieht dann so aus und ist doch noch recht langweilig.

latex-einfache-tabelle

Für den geneigten Leser lass ich mal das folgende Beispiel als Hausaufgabe unkommentiert stehen.

\usepackage{xcolor}
\definecolor{light-gray}{gray}{0.90}
% --- 
\begin{tabular}{|l|c|}\hline
	\rowcolor{light-gray} 
	\textbf{Spalte 1} & \textbf{Spalte 2}
	\\ \hline
	Text & 123
	\\ \hline
	Noch mehr Text & 234.957
	\\ \hline
\end{tabular}

latex-tabelle-huebsch

Weitere Informationen zum Aufbau von Tabellen in LaTex findest du bei WikiBooks

Welches Programm sollte ich für LaTex verwenden?

Um überhaupt mit LaTex anfangen zu können, benötigst du einen entsprechenden Editor. Da gibt es natürlich viele verschiedene. Mir persönlich gefällt bisher Texmaker am besten. Er benötigt MikTex als Grundlage.

TexMaker, LaTex-Editor, LaTex-Programm

Schön übersichtlich. Der LaTex-Editor TexMaker

LaTex-Vorlage für deine wissenschaftliche Arbeit

Hier kannst du dir die vollständige LaTex-Vorlage herunterladen
Das fertige PDF-Dokument aus der LaTex-Vorlage kannst du hier herunterladen
So sieht der vollständige LaTex-Quelltext aus:

\documentclass[a4paper,DIV15,11pt]{scrartcl}
\parindent 0pt
\usepackage[utf8]{inputenc}
\usepackage{amsmath}
\usepackage{url}
\usepackage{hyperref}
\usepackage{microtype}
\usepackage{helvet}
\usepackage{xcolor}
\usepackage{ifthen}
\usepackage{colortbl}
\usepackage{scrpage2}
\pagestyle{scrheadings}
\usepackage{pdfpages}
\usepackage[ngerman,english]{babel}

% -------------------------
% Configuration
\title{Hausarbeiten in LaTex}
\date{Version 1}

\def \meinevariable {Das soll nachher gedruckt werden.}

\definecolor{light-gray}{gray}{0.90}
\definecolor{table-header}{gray}{0.60}
\definecolor{middlegray}{rgb}{0.5,0.5,0.5}
\definecolor{lightgray}{gray}{0.95}
\definecolor{orange}{rgb}{0.8,0.3,0.3}
\definecolor{yac}{rgb}{0.6,0.6,0.1}
% -------------------------

%%% heading - left
\ihead[]{\textnormal{Kopf links}}
%%% heading - center
\chead[]{\textnormal{Kopf mitte}}
%%% heading - right
\ohead[]{\textnormal{Kopf rechts \\ zweizeilig}}

\headheight2cm
\setheadsepline{1pt}

% ------------------------- Hier beginnt das Dokument

\begin{document}
\maketitle
\newpage

% -------------------------

\newpage
\tableofcontents

% -------------------------

\newpage
\section{Die Beispiele}

\meinevariable

\tiny{sehr kleiner Text} \\
\small{etwas kleiner als normal} \\
\normalsize{Normalgröße} \\
\large{etwas größer als normal} \\
\Large{noch größer} \\
\LARGE{viel größer} \\
\huge{seeehr groß} \\

\begin{small}
Hier steht der etwas kleinere Text.
\normalsize{Kurz was in Normalgröße}
Weiter in klein.
\end{small}

Hier ist noch normaler Text. % ab hier ist es ein Kommentar
Wieder normaler Text

% Eine versteckte Passage
% die ich jetzt gerade nicht 
% in der Ausgabe sehen
% will.

\newpage
\section{Einleitung}
... unsere Einleitung ...

\section{Hauptteil}
\subsection{Die Vorteile von LaTex}
\subsubsection{Keine absoluten Formatangaben}
... bla bla ...
\subsubsection{Ein Dokument kann aus beliebig vielen Dateien bestehen}
... mehr bla ...
\subsubsection{Steuerung des Inhalts mit Variablen}
... nimmt das gar kein Ende?

\newpage
\section{Tabellen}
\begin{tabular}{ll}
	Zeile 1 Spalte 1 & Spalte 2 \\
	Zeile 2 Spalte 1 & Spalte 2
\end{tabular}

\vspace{5cm}
\begin{tabular}{|l|c|}\hline
	\rowcolor{light-gray} 
	\textbf{Spalte 1} & \textbf{Spalte 2}
	\\ \hline
	Text & 123
	\\ \hline
	Noch mehr Text & 234.957
	\\ \hline
\end{tabular}


\end{document}
Stefan Pöhner

Stefan Pöhner

Stefan arbeitet als Programmierer und bloggt nebenbei auf poe-php.de. In seinem Blog verrät Tipps und Tricks für die Arbeit mit PHP und Datenbanken.
Stefan Pöhner
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Ein Gedanke zu „Einführung in das Schreiben wissenschaftlicher Arbeiten mit LaTex

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